Das Parlament kommt auf den Hund

Keine Angst, wir haben keine Demokratiekrise, es waren nur 7 gesittete Assistenzhunde mit ihren Hundeführern, die eine Bürgerinitiative eingebracht haben – einer davon hat sogar die Unterschriftenblätter in seinen Packtaschen getragen.

Das war nämlich so: nach Jahren unentwegten Bohrens und einem informativen Besuch beim damaligen Sozialminister Buchinger ließ sich das Sozialministerium endlich davon überzeugen, dass der sogenannte „Partnerhundeerlass“ unbedingt geändert werden muss. Bis auf die Blindenführhunde, die ja ein Gesetz haben, wurden 12 Jahre lang alle Hunde, von denen irgendeine Ausbildungsstätte behauptet hatte, dass sie für behinderte Menschen irgendeinen Nutzen haben, als „Partnerhunde“ in den Bundesbehindertenpass eingetragen, ob sie gesund oder krank, freundlich oder bissig, ausgebildet oder nicht waren.

Im März 2008 wurde der Erlass dahingehend geändert, dass die Hunde entsprechend ihrer Funktion als „Servicehunde“ (für körperbehinderte bzw. anfallkranke Menschen) sowie Signalhunde (für hörbehinderte bzw. anfallkranke Menschen) eingetragen werden.

So weit, so gut. Die Sache hat nur einen Haken: Für Hunde, die von den Hundeführern selbst oder mit Hilfe eines Trainers ausgebildet werden, gibt es eine Prüfung, die der Blindenführhundeprüfung entspricht. Den sogenannten „Ausbildungsstätten“ wird aber ungeschaut weiterhin geglaubt, dass ihre Hunde alle Qualitätsstandards erfüllen. Dass Hundeausbildung ein freies Gewerbe ist und es jedermann auch ohne jegliche Kenntnisse ausüben darf, wird dabei völlig außer acht gelassen. Dieselbe Firma, die einen zukünftigen Blindenführhund nach dem Gesetz zur Prüfung bringen muss, darf dem zuständigen Bundessozialamt für einen Service- oder Signalhund einfach ein Formular unterschreiben, dass dieser Hund allen Anforderungen entspricht. Die Praxis zeigt, dass dem leider nur zu oft nicht so ist. Papier ist eben bekanntlich sehr geduldig...

Die zuständigen Beamten des Sozialministeriums haben aber verkündet, dass sie nicht im Leisesten daran denken, diesen Missstand zu beheben und wir glauben ihnen natürlich.

Da hilft nur eine Bürgerinitiative! Deshalb ist das Parlament jetzt auf den Hund gekommen.

Text der Bürgerinitiative

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Letztes Update: 19. 01. 2014


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