Achtung Falle!

Eine Familie möchte gerne einen ausgebildeten Hund für ihr behindertes Kind. Sie erkundigen sich beim Verein "Partner-Hunde Österreich / Assistance Dogs Europe" in Salzburg wegen eines Hundes. Sie entschließen sich jedoch, einen Hund bei einem anderen Verein in Oberösterreich zu kaufen. Da die Familie den gesamten Kaufbetrag nicht allein aufbringen kann, beschließt ein Lions-Club, der Familie zu helfen. Die oberösterreichischen Nachrichten bringen einen Bericht. So weit, so gut.

Eines Tages jedoch flatterte der ahnungslosen Familie folgendes Schreiben ins Haus:

Weitwörth, 18.02.04

Betreff: Partnerhund = geschützter Name

Bezugnehmend auf einen Zeitungsartikel in den O.Ö. Nachrichten ist die Rede davon, dass Sie Geld sammeln und bekommen, da Ihr Sohn einen Partnerhund erhalten wird. Wir möchten dies hiermit ausdrücklich klar stellen, dass Ihr Sohn keinen ausgebildeten Partnerhund des Vereins Partner-Hunde Österreich bekommt, da Sie Sich ja per Email abgemeldet haben.
Der Name Partnerhund ist geschützt und bezieht sich nur auf unsere Hunde, man sollte meinen, dass Ihnen nach unserem Gespräch der Unterschied zwischen einem ausgebildeten Partnerhund und einem anderen Begleithund klar ist.
Es ist uns natürlich bewusst, dass der Begriff Partnerhund ein so gutes Image hat und für so gute Qualität steht, dass man sich im Bedarfsfall sehr gerne damit schmückt (sowohl Begleithunde-Verkäufer, wie auch Sponsoren-Suchende).
Es handelt sich ganz klar um eine Täuschung der Sponsoren (Lions Club) zum eigenen Vorteil.

mfg Verein Partner-Hunde Österreich / Assistance Dogs Europe

Rechtlich ist die Sache eindeutig. Wir haben recherchiert, der Markenname "Partner-Hunde Österreich / Assistance Dogs Europe" ist seit März 1999 beim Patentamt markenrechtlich geschützt. Alles klar. Auch war Frau Färbinger die erste, die Anfang der Neunzigerjahre den Namen in Österreich für die von ihrem Verein ausgelieferten Hunde einführte.

Es weiß zwar niemand genau, was das für Hunde sind, weil sie das niemals wirklich genau definiert hat. Es kann also vom Spielhund eines mehrfachbehinderten Kindes über den Signalhund eines Hörbehinderten bis zum Servicehund eines körperbehinderten Menschen, vom Therapiehund ganz zu schweigen, bis auf einen Blindenführhund so ziemlich alles sein, was vier Beine hat.

Rechtlich einwandfrei bedeutet noch nicht auch menschlich einwandfrei. Ausgerechnet der völlig unschuldigen Familie droht Frau Färbinger mit einer Klage, nicht etwa der Konkurrenzorganisation oder der Zeitung...

Aber das dicke Ende kommt noch. Wie wir immer wieder kritisiert haben, gibt es diesen milde ausgedrückt ungeschickten Erlass des Sozialministeriums über die Eintragung von "Partnerhunden" in den Bundesbehindertenpass. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass

  1. Niemand genau weiß, was Partnerhunde sind und wozu man sie braucht und
  2. Diese Bezeichnung ein Firmenname ist und es damit irgendwann Ärger geben wird.

Den Ärger gibt es jetzt. Und das werden doch die Beamten des Ministeriums nicht wollen, oder? Wir hoffen, dass der Erlass nun doch endlich so geändert wird, dass in Zukunft Blindenführhunde, Servicehunde und Signalhunde sowie Kombinationen aus diesen in den Behindertenpass eingetragen werden und keine "Partnerhunde". So ein kleiner Erlass kann doch nicht so schwer zu ändern sein!!!

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Letztes Update: 25. 02. 2012


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