Namen sind nicht Schall und Rauch...

Guten Tag, sehr geehrte Leser, ich bin die Golden Retrieverhündin Cora. Mein Freund Aly (ein Schäferrüde), meine Freundin Luna (ein Labrador Retriever), und ich sind alle drei von Beruf Assistenzhunde, wir arbeiten jedoch in ganz unterschiedlichen Sparten. Ich bin ein Servicehund, Aly ist ein Blindenführhund, Luna ist ein Signalhund.

Wozu man das wissen muss? Wir Assistenzhunde haben besondere Zutrittsrechte zu Geschäften, öffentlichen Gebäuden etc. Wir stehen in verschiedenen Gesetzen. Manchmal werden wir auch durch die öffentlichen Stellen finanziert. Auch für private Spender ist es sicherlich nicht uninteressant, wenn sie genau wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Leider mussten wir feststellen, dass die Menschen unsere Berufsbezeichungen oft gründlich durcheinander bringen, also wollen wir ihnen helfen, dass sie sich auskennen. Helfen ist schließlich unsere Aufgabe!

Also:

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete und ausgesuchte Hunde, die für einzelne behinderte oder anfallkranke Menschen arbeiten. Wir sind keine Therapiehunde - die gehören im Regelfall Menschen ohne Behinderung und werden für Besucherdienste oder auch bei Therapien eingesetzt. Sie leisten auch eine wichtige Tätigkeit, haben aber eine ganz andere Aufgabe und Ausbildung als wir und müssten daher auch in anderen Rechtsvorschriften vorkommen. Also bitte nicht mit uns zu verwechseln!

Im englischen Sprachraum heißen wir Assistance Dogs

Wir erfüllen ganz verschiedene Aufgaben:

Servicehunde (englisch: Service Dogs)

arbeiten für körperbehinderte und anfallkranke Menschen. Wir stehen leider noch nicht im Gesetz - vielleicht können Sie uns unterstützen, dass wir auch hineinkommen? Wir heißen Servicehunde, weil wir verschiedenste "Handreichungen" für unsere Besitzer verrichten, zum Beispiel Gegenstände bringen, Türen öffnen und schließen, Lichtschalter betätigen, Dinge wegtragen, helfen, das Gleichgewicht zu halten, bei einem Anfall unseres Besitzers Hilfe holen - unsere Aufgaben sind sehr vielfältig, je nach Behinderung oder Krankheit unseres Hundeführers. Wenn wir unserem Hundeführer besonders beim Gehen helfen, kann man uns auch als Stützhunde bezeichnen, das bleibt aber eine Untergruppe der Servicehunde.

Oft werden wir auch Partnerhunde (Partner-Hunde) oder Behindertenbegleithunde (Behinderten-Begleithunde) genannt. Das finden wir problematisch, weil Partner-Hunde der Name einer einzelnen Ausbildungsstätte bzw. die Bezeichnung der von dort stammenden Hunde ist, ganz gleich, ob sie nun als Servicehund ausgebildet sind, als Signalhund (zu dem kommen wir noch) arbeiten, als Therapiehund in einer Institution eingesetzt werden oder reine Sozialhunde (Streichelhund für ein behindertes Kind) darstellen. Behindertenbegleithunde finden wir auch nicht ganz treffend. So wie jeder Hund, (also auch jedes unerzogene Hündchen) für seinen Menschen ein Partnerhund ist, ist die Begleitung eines behinderten Hundefreundes durch einen Hund zwar für beide Teile erfreulich, aber sagt nichts über Kenntnisse und Leistung des Hundes.

Signalhunde (englisch: Hearing Dogs)

zeigen hörbehinderten oder gehörlosen Menschen Geräusche an oder warnen anfallkranke Menschen vor einem bevorstehenden Anfall. Sie heißen deswegen Signalhunde, weil sie ihrem Besitzer entweder ein externes Signal, wie Klopfen an der Türe, Läuten des Telefones, des Weckers, des Schreien des Kleinkindes oder das Geräusch eines von hinten kommenden Fahrzeuges anzeigen oder ein internes Signal, wie ein bevorstehender epileptischer Anfall oder eine Unterzuckerung bei einem Diabetiker.

Auch sie stehen inzwischen im Gesetz.

Kennen Sie sich jetzt aus? Nein? Also noch einmal ganz komprimiert:

Assistenzhunde arbeiten für einzelne Menschen mit Behinderung bzw. chronischen Krankheiten in verschiedenen Sparten als

und, wenn sie mehrere Funktionen zu erfüllen haben, dann werden sie nach ihrer Hauptfunktion benannt.

Alles klar?

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Letztes Update: 15. 08. 2014


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