Survivaltraining für Blinde bei der Waldquelle

Haben Sie schon einmal daran gedacht, mit Ihrem Blindenführhund ein Seminar zu besuchen?

Wenn Sie eine methodisch gut aufbereitete Veranstaltung besuchen wollen, bei der Schritt für Schritt Ihre Probleme mit Ihnen gemeinsam gezielt bearbeitet werden, wo der Ausflug am Schluss den entspannenden Höhepunkt für Teams darstellt, die wieder hervorragend in Schuss sind, dann könnten Sie unser jährliches Seminar (jeweils Ende August) in Erwägung ziehen.

Falls Sie aber etwas wirklich Außergewöhnliches erleben wollen, dann hätten wir genau das Richtige für Sie. Wir haben die Veranstaltung Anfang Juli 2003 selbst getestet und waren ziemlich beeindruckt. Der besondere Vorteil daran ist, dass Sie weder in die Sahara noch an den Amazonas fahren müssen, sondern Ihr Survivaltraining (Überlebenstraining) in der gemütlichen Pension zur Waldquelle mit schmackhaftem Essen in St. Georgen im schönen Mostviertel absolvieren können.

Das Training begann am Montag damit, dass keinerlei Trainer anwesend waren, die kamen erst später. Das ist wichtig, da kann man dann schon ungestört ausprobieren, ob man überlebensfähig ist.

Gut gefallen hat uns zum Beispiel, dass die beiden Trainerinnen, als sie am Mittwochabend ankamen, mit dem Auto zum Fischessen fuhren, während eine größere Anzahl Hundeführer ohne vorheriges Training auf der durch LKWs befahrenen Straße ohne sehende Begleitung in der Gruppe entlang marschieren durfte und so öfters Gelegenheit hatte, in der Straßenmitte ein Knäuel zu bilden. Auch die LKW-Fahrer profitierten davon, indem sie ihre Reaktionsfähigkeit testen durften.

Super war auch, dass zwei langsamere Hundeführer - einer davon schwer krank und körperlich wenig belastbar - verloren gingen und hilflos in der Gegend herumstanden. Das ging schon echt an die Überlebensgrenze. Dass allerdings dann eine Hundeführerin mit Begleitern und ein Trainer, der noch dazu ein Handy besitzt, zufällig zu Fuß des Weges kamen und der Trainer dann für den kranken Hundeführer, der kaum mehr weitergehen konnte, einen Transport zum Zielort organisierte, war von den Organisatoren sicherlich nicht geplant. Die angerufene Trainerin wollte zunächst auch gar nicht mit dem Auto kommen - getreu dem Motto: Wenn schon Survival, dann ordentlich!!!

Der Survival-Ausflug nach Mariazell war auch recht gut gelungen. Extrem anspruchsvolles unbekanntes Stadtgebiet, pro Trainer waren 4 - 5 Hundeführer zugeteilt, keine weiteren sehenden Begleiter (bis auf eine Gruppe) und - wichtig - das alles ebenfalls ohne vorheriges Training, das garantiert ein wirklich spannendes Überlebenstraining. Wenn man nämlich vorher auf einem ungefährlichen Hindernisparcours versuchen kann, ob Herr oder Fräulein Hund noch alle Höhenhindernisse und andere kritische Situationen einwandfrei beherrscht, ist das ja fad. Dachrinnen im Gesicht und der Beinahesturz von einer 80 cm hohen Stützmauer geben dagegen erst die richtige Würze.

Auch bei den Kleinigkeiten klappte fast alles. Den Ersatz eines erkrankten erfahrenen Trainers durch eine unerfahrene Beamtin (ohne richtige Einschulung) beim Gehorsamstraining von eineinhalb Stunden Dauer war ein nettes Detail am Rande, auch die Beglückung der konzentriert am Parcours arbeitenden Hundeführer mit einer wild durcheinander rennenden entgegenkommenden Hundemeute (bewegliche Hindernisse?!!), die dort zur gleichen Zeit "Abrufen aus dem Spielen" (oder so ähnlich) übte, war sicherlich für die Betroffenen eine gelungene Überraschung.

Wie gut die Survivalstrategie klappte, ersieht man auch aus folgender Episode: Ein Labrador ging ständig in einem Winkel von etwa 45 Grad zur Gehrichtung des Hundeführers. Das ist für den Hund ein prima Überlebenstraining, da seine Wirbelsäule auf Dauer schwer belastet wird, für den Hundeführer ebenfalls, weil der dadurch leichter vom Weg abkommt. Dieser verursachte dieses Phänomen dadurch, dass er den Führbügel seitlich hielt, den Hund so hinten nach links wegdrückte und gleichzeitig die Leine mit der rechten Hand hielt und nach rechts zog, so wie es ihm sein Trainer eben beigebracht hatte. Als ihm eine wohlmeinende Trainerin zeigte, wie er Bügel und Leine richtig hält und der Hund plötzlich ganz gerade ging - das Team also auf einmal gerade und zügiger daherkam - sorgte der Trainer, der den Hund ausgebildet hatte, sofort dafür, dass der Hundeführer seine ursprüngliche Survivalhaltung wieder einnahm - jetzt geht der Hund wieder schief wie eh und je. Wenn das nicht ein Erfolg ist...

Insgesamt können wir eine gute Note ausstellen, es wurden eigentlich alle Ansprüche erfüllt, die man an ein Survivaltraining stellt.

Zum Abschluss vielleicht noch eine Anregung: wie wäre es, wenn gleichzeitig eine günstige Lebensversicherung angeboten würde, so dass allfällige verbleibende Angehörige auch etwas vom Seminar haben...

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Letztes Update: 25. 02. 2012


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